Ratgeber · Rückruf

Rückruf – wenn dein Hund zuverlässig zu dir zurückkommt

Ein zuverlässiger Rückruf gehört zu den wichtigsten Signalen im Zusammenleben mit einem Hund.

Ob auf dem Spaziergang, im Wald oder wenn plötzlich etwas Interessantes auftaucht: Es gibt viele Situationen, in denen es wichtig ist, dass dein Hund auf dein Signal reagiert und zu dir zurückkommt.

Doch ein zuverlässiger Rückruf entsteht nicht dadurch, dass man ein Wort immer wieder ruft.

Rückruf ist Beziehung, Training und Vertrauen.

Warum kommt mein Hund nicht zurück?

Für uns Menschen scheint die Sache oft ganz einfach: „Ich rufe meinen Hund – er soll kommen.“ Für den Hund kann die Situation allerdings ganz anders aussehen.

Draußen gibt es unzählige interessante Dinge zu entdecken. Ein Geruch, ein anderer Hund, Wild, Menschen oder eine spannende Umgebung können für deinen Hund gerade wesentlich interessanter sein als das, was du ihm anbietest.

Wenn dein Hund gelernt hat, dass auf deinen Rückruf etwas Tolles folgt, wird er viel eher bereit sein, seine aktuelle Beschäftigung zu unterbrechen.

Deshalb sollte der Rückruf für deinen Hund eine gute Entscheidung sein.

Ein Rückruf beginnt nicht erst im Freilauf

Ein häufiger Fehler ist, den Rückruf erst dann zu trainieren, wenn der Hund bereits weit entfernt und abgelenkt ist.

Besser ist es, mit einfachen Situationen zu beginnen.

Dein Hund ist in deiner Nähe und beschäftigt sich mit etwas anderem.

Du rufst ihn.

Er reagiert und kommt zu dir.

Genau dieser Moment ist Training.

Das richtige Signal

Für den Rückruf sollte ein klares und möglichst eindeutiges Signal verwendet werden. Das kann ein Wort, ein Pfiff oder ein anderes vereinbartes Signal sein.

Wichtig ist vor allem, dass dieses Signal nicht ständig nebenbei verwendet wird.

Wenn du deinen Hund zehnmal rufst und er erst beim zehnten Mal reagiert, lernt er möglicherweise: Auf das erste Rufen muss ich noch nicht kommen.

Besser ist ein Signal, das für deinen Hund eine klare Bedeutung bekommt.

Was passiert, wenn mein Hund kommt?

Der Rückruf sollte sich lohnen.

Das bedeutet nicht, dass dein Hund jedes Mal ein Leckerli bekommen muss. Eine freundliche Ansprache, gemeinsames Spiel, ein kurzer Kontakt oder die Möglichkeit, danach wieder weiterzulaufen, können ebenfalls wertvoll sein.

Entscheidend ist: Wenn dein Hund kommt, sollte sich das für ihn gut anfühlen.

Auch dann, wenn er vorher etwas gemacht hat, das dir nicht gefallen hat.

Wenn dein Hund beispielsweise nach zehn Minuten endlich zu dir zurückkommt, ist es wenig hilfreich, ihn für das Zurückkommen zu bestrafen.

Er soll lernen: Zu meinem Menschen zurückzukommen ist immer eine gute Idee.

Nicht immer bedeutet Rückruf: Spaß ist vorbei

Wenn der Rückruf ausschließlich bedeutet: „Jetzt kommt die Leine dran und wir gehen nach Hause“, kann dein Hund schnell lernen, dass Zurückkommen das Ende von etwas Schönem bedeutet.

Deshalb kann es sinnvoll sein, deinen Hund auch während des Spaziergangs immer wieder zurückzurufen und danach wieder laufen oder schnüffeln zu lassen.

So entsteht eine wichtige Erfahrung: Zurückkommen bedeutet nicht automatisch, dass der Spaß vorbei ist.

Ablenkung langsam steigern

Ein Rückruf, der im Wohnzimmer funktioniert, ist noch lange kein zuverlässiger Rückruf im Wald.

Training sollte deshalb Schritt für Schritt schwieriger werden.

Zunächst vielleicht zu Hause. Dann im Garten oder an einem ruhigen Ort. Später mit größeren Ablenkungen.

Und erst wenn dein Hund auch unter schwierigeren Bedingungen zuverlässig reagiert, kann man die Anforderungen weiter steigern.

Nicht zu schnell zu viel erwarten.

Was mache ich, wenn mein Hund nicht kommt?

Nicht immer funktioniert ein Rückruf. Das gehört zum Training dazu.

Wenn dein Hund gerade völlig aufgeregt ist oder etwas besonders Spannendes entdeckt hat, kann es sein, dass dein Signal nicht ausreicht.

Dann solltest du nicht immer wieder rufen.

Überlege stattdessen, wie du die Situation verändern kannst: Abstand vergrößern, deinen Hund abholen, die Aufmerksamkeit anders gewinnen oder die Umgebung für das weitere Training einfacher gestalten.

Für das Training kann außerdem eine Schleppleine eine wertvolle Unterstützung sein. Sie ermöglicht mehr Bewegungsfreiheit, ohne dass dein Hund bereits völlig außer Kontrolle geraten kann.

Sicherheit geht vor

Ein Rückruf muss zuverlässig aufgebaut werden – und das braucht Zeit.

Bis dahin sollte dein Hund dort, wo es gefährlich wäre, nicht einfach frei laufen.

Straßenverkehr, Wild oder andere Situationen können schnell gefährlich werden.

Eine Schleppleine oder ein gesicherter Bereich kann deshalb helfen, Training und Sicherheit miteinander zu verbinden.

Rückruf ist mehr als ein Kommando

Ein guter Rückruf zeigt, dass dein Hund gelernt hat:

Mein Mensch ist wichtig. Auf ihn zu achten lohnt sich. Zu ihm zurückzukommen fühlt sich gut an.

Deshalb beginnt Rückruftraining nicht mit dem perfekten Kommando. Es beginnt mit Beziehung, Vertrauen und vielen kleinen erfolgreichen Situationen.

Ein zuverlässiger Rückruf entsteht nicht dadurch, dass du deinen Hund immer wieder rufst. Er entsteht dadurch, dass dein Hund gelernt hat, dass es sich lohnt, zu dir zurückzukommen.

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