Medical Training – entspannt durch Untersuchung und Behandlung
Für viele Hunde sind Tierarztbesuche eine besondere Herausforderung.
Pfoten werden angefasst, Ohren kontrolliert, das Maul geöffnet, der Körper wird untersucht oder es müssen Medikamente gegeben werden. Manche Hunde reagieren dabei mit Unsicherheit, Stress oder versuchen, sich der Situation zu entziehen.
Medical Training kann helfen, solche Situationen vorhersehbarer und entspannter zu gestalten.
Dabei geht es nicht darum, dass ein Hund alles einfach über sich ergehen lassen muss.
Das Ziel ist Kooperation.
Was bedeutet Medical Training?
Medical Training bedeutet, deinen Hund Schritt für Schritt an Berührungen und Handlungen zu gewöhnen, die im Rahmen der Pflege, Untersuchung oder Behandlung notwendig sein können.
Dabei wird die Situation in kleine Schritte aufgeteilt.
Zum Beispiel: Pfote berühren. Pfote halten. Krallen anschauen. Ohr kontrollieren. Maul kurz öffnen. Körper abtasten. Maulkorb kennenlernen. Eine bestimmte Position einnehmen. Medikamente verabreichen.
Was für uns selbstverständlich erscheint, kann für einen Hund zunächst ungewohnt oder unangenehm sein.
Deshalb muss nicht alles sofort funktionieren.
Der Hund soll verstehen, was passiert
Ein wichtiger Bestandteil des Trainings ist, dass der Hund möglichst gut verstehen kann, was von ihm erwartet wird und was als Nächstes passiert.
Wir beginnen mit einfachen Übungen und steigern die Anforderungen langsam.
Dabei wird das gewünschte Verhalten gezielt bestätigt.
So kann dein Hund lernen: Ich kann mitmachen. Ich weiß, was passiert. Und ich kann meinem Menschen vertrauen.
Kleine Schritte statt Festhalten und Überfordern
Wenn ein Hund bei einer Berührung bereits stark gestresst ist, bringt es wenig, ihn einfach festzuhalten und die Handlung trotzdem durchzuführen.
Das kann die Angst vor der Situation sogar verstärken.
Besser ist es, die Übung so aufzubauen, dass der Hund möglichst häufig erfolgreich sein kann.
Ein kurzer Moment des ruhigen Haltens kann beispielsweise der erste Schritt sein. Erst wenn dieser gut funktioniert, wird die Dauer langsam verlängert.
Training darf langsam gehen.
Pfoten, Krallen, Ohren und Maul
Gerade bei alltäglichen Handlungen kann Medical Training eine große Erleichterung sein.
Krallen schneiden. Pfoten kontrollieren. Ohren anschauen. Zähne und Maul kontrollieren. Den Körper abtasten. Fellpflege.
Solche Situationen lassen sich bereits frühzeitig in kleinen Schritten üben. Dadurch werden sie für den Hund zu etwas Bekanntem und müssen nicht erst dann gelernt werden, wenn es bereits dringend notwendig ist.
Auch der Tierarztbesuch kann vorbereitet werden
Viele Hunde verbinden bestimmte Situationen sehr schnell mit dem Tierarzt. Schon die Autofahrt, das Wartezimmer oder der Geruch der Praxis können Aufregung auslösen.
Auch hier kann Training helfen.
Wir können beispielsweise das ruhige Stehen oder Sitzen, bestimmte Körperpositionen, das Berühren verschiedener Körperstellen oder das Anfassen und Halten einzelner Körperbereiche vorbereiten.
So kann dein Hund bereits Erfahrungen sammeln, bevor eine tatsächliche Untersuchung notwendig wird.
Kooperation statt Zwang
Ein Hund muss nicht jede Situation freiwillig toll finden.
Es gibt Situationen, in denen eine Untersuchung oder Behandlung notwendig ist und nicht aufgeschoben werden kann.
Medical Training kann diese Situationen nicht immer verhindern. Es kann aber dazu beitragen, dass dein Hund besser vorbereitet ist, weniger Stress erlebt und möglichst kooperativ mitarbeiten kann.
Dabei steht das Wohl des Hundes immer im Vordergrund.
Medical Training ersetzt keine tierärztliche Behandlung
Medical Training ist kein Ersatz für einen Tierarzt und keine medizinische Behandlung.
Es geht ausschließlich darum, den Hund auf notwendige Handlungen vorzubereiten und seine Kooperation bei Pflege, Untersuchung und Behandlung zu fördern.
Bei akuten Beschwerden oder notwendigen medizinischen Maßnahmen entscheidet selbstverständlich der behandelnde Tierarzt über das weitere Vorgehen.
Je früher, desto besser
Medical Training muss nicht erst beginnen, wenn der erste schwierige Tierarztbesuch bevorsteht.
Schon junge Hunde können spielerisch lernen, dass Menschen ihre Pfoten, Ohren, ihr Maul oder ihren Körper berühren dürfen.
Aber auch erwachsene und ältere Hunde können neue Erfahrungen machen.
Es ist nie zu spät, Kooperation zu lernen.
Medical Training bedeutet nicht, dass dein Hund alles aushalten muss. Es bedeutet, ihm zu helfen, notwendige Situationen zu verstehen, Vertrauen aufzubauen und möglichst freiwillig mitzuarbeiten.
